175 - Schmiede |
Stumm geht Mathias seiner Arbeit weiter nach. Die Hufeisen glühen, der Ofen wird nachgeheizt und das Metall am Ambos geformt.
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176 - Dorfstraße |
Maria kommt aus dem Wirtshaus. Sie wirkt abwesend und aufgelöst. Unsicher und suchend blickt sie sich immer wieder um, ob sie Paul denn nicht doch irgendwo sieht.
Weiter hinten im Dorf entdeckt sie Frau Wegrand im Plausch mit der Wirtin. Maria eilt zu ihnen hin.
MARIA Hobt ihr ihn nit gesehen? FRAU WEGRAND Aber Maria, da ham wir doch schon so oft drüber gesproche. Wir ham ihn wirklich nit gesehn. MARIA (verzweifelt zur Wirtin) Du mußt ihn doch gesehn han! Der wollt doch nur a Bier trinke gehn, da müßt er doch bei dir vorbeigekomme sin. WIRTIN Und wenn isch ihn gesehn hätt, dann weiß isch doch net, wohin er geht. Maria läuft verzweifelt weiter, dreht sich immer wieder um. MARIA Ja host ihn jetzt gesehn oder nit? WIRTIN Ne, ehrlisch nit! FRAU WEGRAND Isch hon ihn nit gesehn. Maria läuft auf einen Dorfbewohner zu, der mit Mäthes-Pat auf der Straße steht. MARIA Der Mäthes-Pat hat gesagt, er ist über euer Wies gegange. Mäthes-Pat nimmt die Verzweifelte, um sie zu beruhigen und setzt sie auf eine Bank ab. MÄTHES-PAT Komm Maria, komm. Setz dich da hin! Die finde ihn bestimmt. Die Polizei sucht ihn überall. Die finde ihn, komm setz dich. Maria, die finde ihn bestimmt. |
177 - Wohnstube |
Es ist ruhig geworden in der Wohnstube der Simons. Mathias sitzt versteinert am Tisch, Katharina knetet die Tränen unterdrückend einen Teig und Maria sitzt still und verzweifelt auf der Bank neben der Türe mit Frau Wegrand und umklammert den Ehering als würde sie Paul in ihren Händen halten.
FRAU WEGRAND Der Paul hat keine Feinde gehabt, niemand denkt dat bei uns im Ort. Niemand hat ihm was böses gewollt. Nee, Feinde hat der keene gehabt. So ein herzensguter Mensch. Keinem hat er was böses getan. Dat gibt et nit, dat gibt et nit. Katharina kämpft jetzt starkt mit den Tränen. FRAU WEGRAND Paßt mal auf. Auf einmal geht die Tür auf und Paul ist wieder da. Die Türe öffnet sich. Maria erschrickt. Die Kinder kommen zusammen mit Marie-Goot in die Stube. Marie-Goot bringt eine Neuigkeit mit. MARIE-GOOT Hört mal alle her. Isch han was gehört. Da is so´n Ausstellung in Mannheim von so Kurzwellefunkt und Zubehör fürs Radio und lauter so Sache. Ihre Körpersprache verrät, daß sie selbst nicht so ganz an ihre Theorie glaubt. MARIE-GOOT Komm mal her Maria. (Maria setzt sich neben Marie-Goot) Setz dich mal. Meinste dann nit, da könnt der Paul hingefahre sin? Da wär doch möglich, oder? MARIA Nee Marie-Goot, dat kann nit sin. MARIE-GOOT Ja warum dann nit? Maria antwortet nicht. |
178 - Hof und Garten vor dem Simonhaus |
Müde fallen vereinzelt Regentropfen auf die Marderfalle, die noch immer so dasteht wie von Paul aufgestellt auf das Raubtier lauert. Alle sind gespannt.
Die Kinder Ernstchen und Antonchen, Mathias und ganz Schabbach warten, auf das, was kommen wird.
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