170 - Hof Simonhaus |
Mathias sieht nocheinmal seine toten Hühner.
MATHIAS So n`Schand. KATHARINA Esse könne mir die net mer. Und die Feder könne mer auch net gebrauche. Mathias sammelt die Kadaver ein. MATHIAS Und grad die allerschönste weiße Rebhühner. Paul hat die Falle inzwischen an einen günstigen Platz gebracht und spannt sie aufs neue. Antonchen spielt mit einem kleinen Stück vom toten Huhn. Paul ruft ihn zu sich, um das Stück als Köder auf die Falle zu legen. PAUL Antonchen, komme mol her. Unterdessen vergräbt Mathias die restlichen Kadaverstücke am Misthaufen. Ernstchen schaut zum Stolz von Mathias seinem Großvater interessiert zu. |
171 - Garten der Simons |
Als Paul ziellos durch den Garten an den Brennesseln vorbeischlendert und zum Gartenzaun gelangt, schweift sein Blick über ein benachbartes Kornfeld, das sich sanft im Wind wiegt, ab in die Ferne.
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172 - Schmiede |
Paul steht ungewohnt mit Mantel und Hut bekleidet in der Schmiede und es wirkt, als würde jeder seiner Blicke angestrengt versuchen, Eindrücke zu sammeln und zu speichern. Mathias merkt, daß etwas mit Paul nicht stimmt. Beunruhigt fragt er nach.
MATHIAS Paul, wat host de dann? PAUL Wat soll ich hon? MATHIAS Wo willste dann hin? PAUL Ich geh ein Bier trinken. MATHIAS Ah, so. Mit dieser Antwort kann sich Mathias zufrieden geben und sich seiner Arbeit weiter zuwenden. Paul bleibt noch einige Zeit so stehen. |
173 - Dorfstraße |
Auf der Dorfstraße, vorbei am Wirtshaus, an dem Fenster wo er Apollonia zum ersten Male sah, geht Paul wie ferngesteuert, erst langsam und etwas unsicher, dann immer schneller und zielstrebiger.
Am Straßenrand steht Eduard mit seinem Motorrad, der gerade von einer Frau eine Nähmaschine überreicht bekommt, die er nach Simmern zur Reparatur fahren soll.
FRAU Eduard, da han isch noch de Deckel. EDUARD Danke, nächst` Woch is se repariert. Da bemerkt Eduard seinen Bruder. EDUARD Paul, wo willste dann hin? Paul aber dreht sich nicht mehr um. |
174 - Felder vor Schabbach |
Paul hat Schabbach schon hinter sich gelassen, als er draußen am Feld Mäthes-Pat sieht, der gerade dabei ist, eine Vogelscheuche im Kornfeld zu befestigen.
Der Weg führt an ihm vorbei, so daß Paul nichts anderes übrig bleibt, als an Mäthes-Pat vorbeizugehen.
MÄTHES-PAUL Paul, ha. Heut morgen war die Marie-Goot beim Wiegand Kaffeetrinke, und da hat se sisch die Butter aber so dick auf et Brot geschmiert, und dem Wiegand sei Augen sind immer größer worn. (Lacht.) Aber dat Marie-Goot ließt sisch nit aus der Ruh bringe und sagt auch noch: "Ach, was habt ihr für´n fein Kässchmier." Ah, da ist der Wiegand aber bös worn. Und da sagt er: "Kässchmier hin, Kässchmier her. Da ißt du ja die Butter." (lacht schadenfroh) Paul bleibt während Mäthes-Pat Erzählung nicht stehen, er geht einfach ohne zu antworten immer weiter, dreht sich noch einige Male um, um dann nur noch nach vorne zu sehen und in der Ferne zu verschwinden. |